del Arco Iris del amor
Liebe und ihre Folgen
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Es ist Mittwoch Vormittag, 10. Juni 2009. Gemeinsam mit meinen acht Hunden stehe ich in der Küche und bereite eine Überraschung vor. Ich hatte am Tag zuvor in einer Metzgerei nach Knorpel für kleine Hunde gefragt. Nun wollte ich das Knorpelfleisch in weiteren zwei Stunden noch weicher sieden lassen. Geplant – Getan Draußen scheint die Sonne. Die Hunde liegen auf ihren Decken, in ihren Körben, Ella und Fredo tollen über die Wiese. Nur Rudi und Isabelle stehen mit hocherhobenen Köpfen ganz aufmerksam vor dem Herd. Ihre Nasen ziehen förmlich den sich verbreitenden Duft ein. Nun ist es soweit, ich trage den Topf, Geflügelschere, Teller für den Abfall und die acht Fressteller nach draußen. Ich werde von einer Karawane wissender Goldschätze verfolgt. Sie können es gar nicht erwarten. Jetzt bekommt jeder seine kleine Menge gereicht, jeder putzt sie genießerisch weg. In fließendem Übergang kommt Isabelle pumpend auf mich zu, dreht dann aber doch ab und schleicht auf die Wiese. Hier würgt sie eine große Menge weißen, zähflüssigen Schaum hervor. Sie will sich verstecken. Ich lasse sie nicht aus den Augen. Das Krümmen und Würgen und Schäumen hört nicht auf. Jedes Mal helfe ich ihr dabei, dass möglichst nichts wieder zurück flutscht. Isabelle schaut so hilfesuchend und traurig. 15 Minuten sind vergangen Sie wird im Rhythmus von 2 bis 3 Minuten gebeutelt. In Angst und Panik rufe ich meinen Tierarzt an, darf auch sofort kommen. Dr. L. hört sie ab, schaut mit Hilfe eines Spachtels so weit er kann in ihren Hals, kann aber nichts sehen. Wir gehen nach draußen, um sie außerhalb des Behandlungszimmers auf der Wiese zu beobachten. Ihr Würgedrang setzt auch gleich wieder wie gehabt ein. Wir röntgen Isabelle. Ja, da sehen wir ein klitzekleines Knorpelstück, dass sich in der Speiseröhre eingehakt hat. Isabelle schäumt weiter. Das ist einfach nur in der Situation  normal. Die Speiseröhre produziert durch den Dauerreiz diese „Masse“. Dr. L. gibt mir zu verstehen, dass er Isabelle nicht mit einer Fremdkörperzange erleichtern kann, da er als Praxis nicht so ausgerüstet ist wie eine Klinik, sollte Isabelle während des Eingriffs schäumen. Somit meldet er uns in Reutlingen in der Kleintierpraxis Hüttig an. Derweil konnte ich Michael über Handy informieren. Gegen 13.00 Uhr starteten wir und trafen gegen 14.00 Uhr am Ziel Klinik ein. Die Leute am Empfang warteten schon auf uns und brachten uns ins Behandlungszimmer 1. Es dauerte noch ein wenig, bis die Ärztin kam. Diese Zeit war vom Gefühl her endlos. Dann folgte ein diagnostisches Aufnahmegespräch. Isabelle wurde erneut geröntgt, um den neusten Stand zu haben. Dann folgte eine Blutuntersuchung, die auch über Leberwerte und die Möglichkeit einer Narkosedosis Aufschluss geben sollte. Gegen 15.00 Uhr schickte schickte man uns heim, da es nicht vorhersehbar war, ob der „Fremdkörper“ ohne OP entfernt werden konnte. Wir bekamen das Versprechen der Ärztin, das sie uns nach ihrem Eingriff Informationen übers Telefon weiter geben werde. Es vergingen Stunden des Wartens, die Hoffen und Bangen gegeneinander so sehr ausspielten, dass zum Schluss nur noch Tränen und Panik das Gefühl bestimmten. 17.40 Uhr: dass Telefon läutet, der klärende Anruf setzt sich durch: Isabelle hat die Narkose gut überstanden, sie schaut frei. Das Knorpelstückchen hat allerdings die Speiseröhre verletzt. Sie haben es mit der Fremdkörperzange weiter in den Magen leiten können. Nun soll Isabelle aber über Nacht zur Beobachtung bleiben, da sie ja einigen Schaum geschluckt hatte. Außerdem will man sehen, ob sich das Knorpelstück nun weiter zersetzt und ausgeschieden werden kann. Gleich im Anschluss wolle sie unserem Arzt noch Informationen über Diagnose ... per Telefon weitergeben. Der rief uns später an und lies uns einigermaßen hoffnungsvoll und ruhig in die Nacht gehen. Es ist Donnerstag, der 11. Juni 2009 – 9.15 Uhr. Zwischen 9.00 Uhr und 10. 00 Uhr durfte ich anrufen um zu erfahren, ob wir Isabelle heim holen dürften. Der Chefarzt selber war am Telefon, hatte selber Isabelle auch behandelt und betreut. Seine Information war niederschmetternd. Lunge zusammengebrochen, voller Schleim, hat man während der Nacht stabilisieren müssen, Lungenentzündung hat sich eingestellt und; und; und...! Mein Verstand und mein Herz begriffen gar nichts mehr. In mir war Leere, Schwindel breitete sich aus, Tränen flossen ohne Ende und Michael schaute mich starr und  fragend an.   Da rief auch schon unser Tierarzt an, wollte sich nach neuen Informationen erkundigen. Ich schildere  ihm das, was ich meinte verstanden zu haben, hängte noch die Bemerkung an: „Haben sie mir auch alles gesagt oder da etwas verschwiegen?“ Er verneint, will selber mit dem Chefarzt reden. 15 Minuten später ruft er zurück. Michael ist am Telefon. Dr. L. bringt uns eine  niederschmetternde Nachricht rüber: „Isabelles Leben hängt am seidenen Faden. Da kann man nichts mehr schön-reden. Gehen Sie vom Schlimmsten aus. Ein Lungenflügel  ist ausgefallen, da er voller Schleim  ist, der andere ist sehr schwach. Außerdem hat sich durch den Schaum, der zurück in die Luftröhre lief, eine schwere Lungenentzündung ausgebreitet.“ Es folgen weitere furchtbare Stunden; denn erst gegen 19 Uhr sollten wir wieder anrufen. Unsere Augen waren dick und rot verweint, der Bauch eingefallen, die Beine wackelig, die Stimme zittrig und leise, die Hände ständig zum Gebet gefaltet, die Gedanken spielten verrückt... Doch eines brachte irgendwann den Funken Hoffnung in die Anspannung, die uns aushalten lies; das waren telefonische Hilferufe mit Eltern, Geschwister und Freunde, die uns im Gebet begleiteten oder anders Mut zusprachen. Dann war es soweit. Ich hatte Angst Kontakt mit der Klinik aufzunehmen. Vielleicht war ich ja doch zu hoffnungsvoll, vielleicht war sie ja gerade verstorben, vielleicht kämpften sie ja auch gerade noch. Darum übernahm unser Tierarzt die Kontaktaufnahme. Das Telefon klingelte. Soll ich oder soll ich nicht abheben ? Doch, es geht um unser Püppi.  Dr. L. berichtete dann, während es am Morgen keine wirkliche Hoffnung gab, dürfen wir nun Hoffnung haben: Der Chefarzt hat aus dem einen Lungenflügel den Schleim absaugen können, der andere  Flügel ist wieder stärker geworden, Isabelle atmet selber, wenn auch noch schwach . Wenn sie weiterhin so atmet, hat man die Chance, die Lungenentzündung in den Griff zu bekommen. Am kommenden Vormittag darf ich wieder anrufen. Dieses Geschehen ist für uns ein großes Wunder, das uns in die Nacht begleitet. Es ist Freitag, der 12. Juni 2009. Oh nein, jetzt meldet sich auch noch ein Handwerker an. Eigentlich will ich doch nur still sein, sitzen und an Isabelle denken. Na gut, vielleicht geht so die Zeit schneller rum. Und dann ist es auch schon  11.00 Uhr. Jetzt darf ich auf der Krankenstation anrufen. Ich erreiche auch gleich die Schwester, die gerade in der Behandlung mit Isabelle ist. Sie ruft in 1 Stunde zurück und gibt mir den Stand durch.  „Ja doch, es geht ihr wieder ein gutes Stück besser, wie gestern Abend !“ Michael ist auch wieder da. Wie entsetzlich lang kann doch 1 Stunde sein. Da es ist 13.00 Uhr, es ist die Klinik: Isabelle ist nicht mehr auf „Intensiv“, sie hat kein Fieber mehr, hat so eben selber gefressen, ist mit der Schwester hinaus und hat erfolgreich Urin und Kot abgesetzt, ist stabil und wir dürfen sie um 16.00 Uhr Heim holen !!! Stimmt das, kann das sein, wie kann das sein: Ein Wunder ist geschehen ! Isabelle:  Wir kommen ! Endlich ist es 15.00 Uhr. Wir fahren los und sind gegen 15.50 Uhr in Reutlingen. Dort am Empfang weiß man schon über den Check – Aus Isabelles Bescheid. Wir sind aufgeregt und müssen noch ein wenig warten. Dann kommt die Ärztin. Sie berichtet uns von dem Behandlungs- und Genesungserfogs Isabelles und klärt uns darüber auf, dass sie noch 7 Tage lang Antibiotika  und 5 Tage lang Schmerzmittel bekommen muss. Außerdem darf sie erst einmal nur Feuchtfutter zum Brei verarbeitet bekommen. Stress sollte in den ersten Tagen vermieden werden. In ihr Rudel darf sie sofort einkehren. Unser Arzt bekommt einen Bericht. Sollte übers Wochenende etwas sein, dürfen und sollen wir jederzeit anrufen. Und: Knorpel, Hühnerhälse, auch aus Zoohandlungen , die dünnen Büffelhautknochen ... gehören nicht ins Mäulchen eines Chihuahuas oder anderer Kleintiere. Die Größe und der Durchmesser von Luft- und Speiseröhre sind so diffizil, so zart, dass die Gefahr einer Gefährdung für unsere Hunde sehr grausam enden kann! Und dann kommt eine Schwester mit unserer Isabelle auf dem Arm. Sie liegt da ganz ruhig, vertrauensvoll. Sie sieht und hört uns. Ihre kranken Äuglein blitzen auf, ihr Schwänzlein wedelt. Ich bekomme sie auf den Arm. Ich kann’s nicht fassen. Natürlich sieht sie schwach und gebeutelt aus; aber sie zeigt auch Freude und Willen. Ja , Überlebenswillen hat sie ja schon vor fast 10 Jahren gezeigt als wir sie bekamen und sie so unterernährt war, dass sie nicht stehen konnte. Michael erledigt das bürokratische. Derweil lege ich Isabelle ihr Halsband an. Wir gehen zum Auto, dort bekommt sie noch ihre Leine. Sogleich geht sie zum Lösen. Als ich sie rufe:“ Komm Püppi , komm Schätzele,“ geht sie in die Unterwürfigkeit. Das kenne ich nicht bei ihr. Ich denke, sie ist unsicher, ob ich sie mit heim nehme oder da lasse. Immerhin war sie noch nie alleine in der Fremde. Im Auto erzählen wir ihr:“ Jetzt fahren wir Hausi!“ Da setzt sie sich schwanzwedelnd auf, ist voller Freude und schaut umher.. Daheim setze ich sie in den Garten. Sie hört ihr Rudel. Ihr Schwänzchen wedelt ohne Ende. Ihr Rudel beschnuppert sie. Oha, die riecht aber anders. Doch nach 10 Minuten ist Isabelle wieder da, wie selbstverständlich. Sie ist noch sehr müde und schwach, läuft sehr langsam, bellt nicht, aber kann sich schon wieder freuen. Sie ist zu Hause ! Danke, lieber Gott !
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