del Arco Iris del amor
... schlaflose Nacht in Rosenfeld-City ...
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Es war ein ganz normaler Samstag und doch hatte sich dieser 30.Juli 2005 auf ganz besondere Turbulenzen eingelassen. Ich fuhr mit meinen drei rotfarbenen Chihuahua-Hündinnen in die 9km entfernte Hundeschule. Es war das dritte Treffen für Yoga (3,5 Jahre) und Bea-Sophie (4Mon.). Anna Karenina (17 Mon.) war zum ersten Male mit dabei. Da es eine sehr zurückhaltende und ängstliche Hündin ist, wollte ich ihr mit Hilfe des Kontaktes zu anderen Menschen und Tieren auf dem Hundeplatz eine Möglichkeit schenken, Selbstvertrauen aufzubauen und stark zu werden. Sie hatte sich in der Übungsstunde zwar nicht von anderen Personen anfassen lassen, jedoch alle Situationen mit ihrem wachen Charakter aufgesogen. Es gab ihrerseits weder Knurrlaute noch unkontrolliertes bellen. Im Terrain der Welpen konnte sie den Kontakt erleben, auch wenn es große Rassen waren. Die Zeit war positiv verlaufen. Ich leinte meine „Großen" an, Bea durfte in ihre Hundetasche, und machte mich mit anderen Leuten auf den Weg. Uns kam eine Hunde-Menschengruppe entgegen, auf die eigene Trainingseinheiten warteten. Ein nicht angeleinter Jack-Russel schießt plötzlich um die Ecke und attackierte ohne Vorwarnung unsere Anna mit drei Bissen in den Rücken. Bis dahin lief die Hündin still und ohne Aggression neben mir her. Voller Schmerz und Panik schrie sie auf, ich schrie auch. Als die Jack-Russel-Halterin ihrem Hund Einhalt gebieten wollte, war es schon zu spät. Anna hatte sich aus dem Halsband gerissen und war losgerannt. Es passierte ein fataler Fehler nach dem anderen von Menschen, die eigentlich helfen wollten. Anna blieb zunächst auf mein Rufen hin stehen, raste aber von Panik getrieben weiter. Einige Leute liefen rufend auf sie zu und drängten sie somit in die Enge. Eine weitere große Menschenmenge wollte ihr den Weg verstellen, doch Anna schoss wie ein roter Pfeil zwischen ihnen hindurch und überquerte eine stark befahrene Straße. Ein Autofahrer konnte noch bremsen. Sie schaffte wie durch ein Wunder die Überquerung, floh durch eine Gartenanlage Richtung Kornfelder und wurde von da an nicht mehr gesehen. Ich raste los, blind vor Entsetzen, getrieben von Angst. Mir war nicht bewusst, zu welchen Weinkrämpfen der Schmerz mich treiben würde. Die Leute wollten mich glauben machen, dass wir sie gleich finden. In meiner Not konnte ich von einem fremden Handy aus Michael erreichen. Mir wurde schlecht. Ich fühlte mich schuldig, nicht auf „seine" Anna aufgepasst zu haben. Er kam sofort. Äußerlich gefasst aber innerlich zerrissen und voller Verzweiflung machte Michael sich auf die Suche nach seiner geliebten Anna. Die zwei haben sich in der Tat gesucht und gefunden. Es passierte ein neuer Fehler, wenn auch gut gemeint. Ca. 10 Hundehalter durchstreiften mit ihren Tieren drei Feldlängen im Abstand von zwei Metern. Doch keine Anna wurde gesichtet oder aufgespürt. Wahrscheinlich wurde die ängstliche Hündin im Konflikt mit dieser Situation noch weiter getrieben. Einige Leute umfuhren großräumig den Ausgangspunkt. Nichts! Michael holte unsere zwei älteren Chihuahua's. Unsere Hoffnung war, dass Anna ihr Rudel hört und kommt. Mittlerweile war es 18 Uhr. Die letzten Leute gingen, damit Anna sich hoffentlich nun zeigt. Aber es passierte nichts! Wir verzweifelten, kämpften um Hoffnung, ließen unseren Tränen freien Lauf. Immer wieder schickten wir Stoßgebete zum Himmel. Michael weinte:" Warum ausgerechnet meine kleine Anna. Jetzt holt mich abends keiner mehr so stürmisch ab und schmust mit mir. Diese blöde Hundeschule, warum ausgerechnet unser Hund!" Bis 23Uhr blieben wir am „Unfallort". Immer und immer wieder riefen wir, liefen mit unseren Hunden durch die Felder, mittlerweile auf müden Beinen. Michael überzeugte mich unsere Suche abzubrechen, um auszuruhen und Kraft zu schöpfen. Wir legten ihr Reisebettchen ins Gras und mit einem weiteren Hilferuf zu Gott verließen wir den Ort. Natürlich war an Schlaf nicht zu denken. Auch die Hunde zeigten verstörtes Verhalten und suchten Haus und Garten ab. Am Sonntag Morgen war ich um 6Uhr wieder am „Tatort". Keine Anna saß im Bettchen und keine Anna ließ sich sehen. Ich wurde von neuen heftigen Weinattacken geschüttelt, ging erneut durch die Felder. Zu guter letzt tauschte ich das durchnässte Bettchen durch eine Decke aus auf die ich ihr Spielzeug und eine Erinnerung an ihre Mutter legte und fuhr heim. Uns war klar: Uns ist ein Stück aus den Herzen gerissen worden. Michael hatte inzwischen Plakate mit Bild von Anna, Ortsbeschreibung, Telefonnr. und Finderlohnaussicht entwickelt, ausgedruckt und einlaminiert. Weiterhin traten wir mit der Polizei, Tierärzten, Heimen, Förstern und der Zeitung in Kontakt. Mit unserer 74 Jahre jung gebliebenen Nachbarin Lore und der Hündin Yoga machte ich mich gegen 10 Uhr wieder auf den Weg. Michael leistete derweil den wichtigen Telefondienst. Erneut waren wir Stunde um Stunde durch das Gelände gestreift. Unterwegs trafen wir auf einige stille Helfer aus der Hundeschule, auch Spaziergänger aus dem Ort und Umgebung waren scheinbar informiert. Die Halterin des Jack-Russel suchte im Alleingang mit. Man brachte uns sogar auf ein Feld, auf dem wir Reste eines zerrissenen Tieres identifizieren sollten. Gott im Himmel sei Dank: Es war nicht Anna! Lore und ich hingen auf den Spazierwegen und im Ort die Suchplakate auf. Gegen 14Uhr fuhren wir heim. Von Angst und Schmerz getrieben suchte ich eine halbe Stunde später alleine weiter. Ich wollte keinen Telefondienst machen, ich wollte fort und suchen. Ich fuhr weiträumig über die Felder hinweg, am Waldrand entlang, immer wieder anhaltend, um zu rufen und zu suchen. Vielen Wanderern konnte ich von meiner Not erzählen und sie um Mithilfe bitten. Erfolglos fuhr ich zurück. Michael übergab mir zehn weitere Plakate und von Hoffnung getrieben machten Lore und ich uns mit Yoga wieder auf den Weg. Michael, zerrissen von Trauer und Schmerz, schickte ein Gebet los. Plötzlich erfasste ihn ein Gefühl von seltsamer Sicherheit. Tatsächlich , das Telefon klingelte. Fassungslos nahm er die Nachricht in Empfang: „Wir haben euer Hundle!!!" Michael teilte uns über das Handy diese fantastische Meldung mit, ebenso den Ort, an dem wir Anna in Empfang nehmen sollten. Tatsächlich, am Fischerheim in Geislingen kam uns ein junges Paar mit Tochter entgegen. Begleitet wurden sie von zwei großen Hunden. In der Kinderjacke eingewickelt saß Anna auf dem Arm von Herrn R. aus Ostdorf. Unversehrt! Der schwarze Rüde „Lucky" hatte Anna auf einer Pferdekoppel, versteckt in einem Holzstapel aufgespürt. Er war sogar so sensibel, dass er nur seinen Leuten Zeichen gesetzt hatte, Anna nicht verbellt. Die Leute gingen zu ihm, sahen Anna, beschlossen aber ein fremdes Tier nicht mitzunehmen. Plötzlich treffen sie auf ein Suchplakat, das wir an einem Baum befestigt hatten. Sie liefen zurück zu der Stelle, an der sie Anna immer noch vorfanden, lockten die hungrige Hündin aus ihrem Versteck und griffen blitzschnell zu. Wir hatten nämlich ihre Ängstlichkeit vermerkt. Da sie kein Handy mit hatten, holten sie sich Hilfe bei drei Frauen, die ich schon zwei Stunden zuvor angesprochen hatte. Tränen - Lachen- Dankgebete Ein Wunder war geschehen: Kein Fuchs, kein anderes Wild, keine Raubvögel hatten der kleinen 2kg leichten Hündin ein Haar krümmen dürfen. Es war 17.30Uhr. Danke, lieber Gott!
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